Kichenchöre

Damals Um 1880 hatte die Zeit der großen, bürgerlichen Gesangsvereine in den Städten Badens eine blühende Musikkultur hervorgebracht: Aufführungen der Werke von Brahms, Mendelssohn, Haydn, Händel, Beethoven füllten die Konzerthallen – meist unter Leitung von Kapellmeistern. Auf den Dörfern waren es die Volksschullehrer, die die Kultur des Singens pflegten.

Unter Theologen gab es Bestrebungen zur Wiedergewinnung verloren gegangener alter Lieder und liturgischer Weisen. Man forschte und veröffentlichte – die „Liturgik“ und die „Hymnologie“ entstanden. In den Gemeinden und Gottesdiensten kamen die Neuerungen erst mit der Gründung von „Kirchengesangsvereinen“ an. In Baden ging die Gründungswelle von den Dörfern im Pfinztal und in der Rheinebene zwischen Karlsruhe und Mannheim aus; wenig später gab es überall Kirchenchöre, die den Gemeindegesang stärkten. Hymnologisch begeisterte Pfarrer ließen „ihren“ Chor die Lieder Luthers in der rhythmischen Originalfassung singen. Die Kirchenchöre sollten „Speerspitze“ der Erneuerung sein – und ein Beitrag zur Volksbildung und Volksgesundheit.

Heute Chöre prägen nach wie vor das Bild der Kirchenmusik in den evangelischen Kirchen. Heute haben sich das Singen und das kirchliche Musizieren an vielen Orten eindrucksvoll professionalisiert. Hauptberufliche Kirchenmusikerinnen und -musiker holen seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts mit ihren Kantoreien, Vokalensembles, Motetten- und Kantatenchören die Musik der Barockzeit, der Romantik und der Moderne in die großen Kirchen. In den Kirchengemeinden ohne Kantorin oder Kantor gibt es neben vielen Kirchenchören für „aktive Seniorinnen und Senioren“ zunehmend Projektchöre und Musikteams, die gottesdienstliche Musik aus dem populären Stilbereich zu ihrer Sache machen. Gospelchöre und Bands mit Chor sind vielerorts aufgeblüht. Kirchliche Kinderchöre, teilweise in Form von Singschulen, gibt es inzwischen mehr denn je. Für das Singen in der Kirche gilt ganz unabhängig von Unterschieden bei Stil oder Perfektionsanspruch: Menschen singen für Menschen und mit Menschen. Und beim singenden Erzählen vom Glauben eignen sie sich selbst ein Repertoire an religiöser Sprache und einen Schatz an spiritueller Erfahrung an.


 

 

 

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